Wir durften in der ersten Ausgabe vom DROHNENMAGAZIN über die Drohnenflugregeln in Europa berichten

Anfang Oktober ist die erste Ausgabe vom DROHNENMAGAZIN (Aeromedia Verlag), dem führenden Fachjournal der unbemannten Luftfahrt,  erscheinen. Da wir schon lange die aktuellen rechtlichen Entwicklungen in Europa verfolgen und mit vielen internationalen Luftfahrtbehörden im Austausch stehen, durften wir in der ersten Ausgabe von den Drohnenflugregeln in Europa berichten. Den Artikel haben wir Euch hier noch einmal bereitgestellt. Das DROHNENMAGAZIN bietet darüberhinaus noch viele andere interessante Themen und Fachbeiträge. Daher können wir Euch nur ans Herz legen, Euch die Zeitschrift zu besorgen. Online ist das Fachmagazin hier verfügbar. Eine aktuelle Übersicht über die aktuellen gesetzlichen Flugregeln in Europa findet ihr in unserem entsprechenden Beitrag.

Drohnenflüge im Ausland – Andere Länder, andere Sitten

Der Gebrauch von Drohnen oder UAVs nimmt stetig zu, sowohl im privaten Bereich als auch für kommerzielle und wissenschaftliche Zwecke. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung und steigender Leistungsfähigkeit tun sich immer mehr Einsatzmöglichkeiten auf, vor allem in der Logistik. So gibt es beispielsweise Planungen großer Konzerne, Pakete und Päckchen in Zukunft durch Drohnen zustellen zu lassen. Mit Kameras bestückte UAVs geben durch die Vogelperspektive ganz neue Einblicke, die vorher so nur schwer zu gewinnen waren. Davon profitieren auch Sektoren wie etwa die Landwirtschaft, die Medien oder die Industrie. Nicht zuletzt können Drohnen eine wichtige Rolle bei der Sicherheit, im Gesundheitswesen oder in der Vorsorge übernehmen, Stichwort BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsauftrag): Grenzüberwachung, Luftaufnahmen bei Unfällen oder Naturkatastrophen, Unterstützung der Polizei bei Demonstrationen und vieles mehr. Es liegt auf der Hand, dass es für diesen „unbemannten Flugverkehr“ Regelungen geben muss, um chaotische Zustände und gefährliche Situationen zu vermeiden, zum Beispiel wenn es um Flughäfen und deren Einflugschneisen geht. Hier gab es in der Vergangenheit einige Meldungen, dass Drohnen den großen Fliegern gefährlich nahe gekommen sind. Eine wichtige Rolle spielen aber auch Themen wie der Datenschutz, die Privatsphäre sowie Umweltauflagen, etwa die Vermeidung von Belästigung durch Lärm.

Andere Länder, andere Sitten

Zuständig für die internationale Koordination und Spezifikation von Luftfahrzeugen ist die „International Civil Aviation Organization“ (ICAO). Seit 2005 arbeitet man in der ICAO an der Entwicklung und Harmonisierung einheitlicher Regelwerke für UAVs. Das ändert jedoch nichts daran, dass bis dato ein Großteil der Regulierung nationalen Behörden obliegt. Getreu dem Motto „Andere Länder, andere Sitten“ gehen die europäischen Länder mitunter völlig unterschiedlich an die Regulierung heran. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) arbeitet schon länger daran, einheitliche Regeln für die Mitgliedsländer auszuarbeiten. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, gelten aber die Vorschriften der jeweiligen Staaten. Wer mit Drohnen nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern aktiv werden will, sollte sich daher in jedem Fall gründlich informieren, am besten bei der zuständigen Luftfahrtbehörde. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe – und die kann je nach Land ziemlich heftig ausfallen. In Tschechien zum Beispiel werden Verstöße mit bis zu 36.000€ Strafe geahndet. Im Folgenden erhalten Sie einen groben Überblick über die Situation in Europa. Beachten Sie aber, dass es sich dabei um Richtwerte handelt und sich die Vorschriften jederzeit ändern können, deshalb kann für die Gültigkeit und Aktualität keine Gewähr übernommen werden. So vielfältig die Regeln sich im Detail darstellen, es gibt einige grundsätzliche Punkte, die in nahezu jedem Land zu berücksichtigen sind. Eine gültige Haftpflichtversicherung sollte für jede Drohne abgeschlossen werden, um sich gegen eventuelle Schäden abzusichern. In Ländern wie Deutschland oder Dänemark ist sie Pflicht.

Sicherheit geht vor

Die Drohne muss sich jederzeit im Blickfeld des Piloten befinden und ohne technische Hilfsmittel – außer Brillen oder Kontaktlinsen – zu sehen sein. Es gibt überall Beschränkungen bei der Entfernung zwischen Pilot und Gerät sowie bei der maximalen Flughöhe. Letztere beträgt in Deutschland 100 m, in Irland 120 m. Zu Flugplätzen und Flughäfen ist in der Regel ein Mindestabstand von 1,5 bis 5 km zu wahren. Droht die Gefahr eines Zusammenstoßes mit einem anderen Flugobjekt, sind Drohnenflüge generell untersagt. Zudem gibt es Orte, für die ein absolutes Überflugverbot besteht. Dazu zählen beispielsweise militärische Einrichtungen, bewohnte Gebiete, Kraftwerke, Bahnhöfe, Industrieanlagen, Krankenhäuser, aber auch große Menschenansammlungen etwa in Fußballstadien oder bei Demonstrationen, Verkehrsunfälle und andere Ereignisse mit Polizeieinsatz. Es gibt nicht nur Obergrenzen für das Gewicht der Drohnen. In vielen Ländern werden sie zusätzlich in Gewichtskategorien eingeteilt. So kann zum Beispiel in Irland ein Gerät unter 1 kg ohne Registrierung geflogen werden. Drohnen zwischen 1 kg und 25 kg erfordern eine Registrierung, Drohnen über 25 kg Gesamtgewicht erfordern auf der Insel sogar eine Anmeldung wie ein bemanntes Flugzeug sowie eine Pilotenlizenz.

Fazit

Momentan ähnelt die Rechtslage in Europa einem Flickenteppich. Manche Länder haben schon früh reagiert und den Einsatz von UAV sehr eindeutig und detailliert geregelt, andere Länder wiederum haben noch gar keine rechtlichen Rahmen entwickelt. Die Vielfalt und Unübersichtlichkeit der Vorschriften liegt mitunter auch daran, dass die Themen UAV und Drohnenflüge noch relativ neu sind und die Rechtslage dem technischen Fortschritt und der zahlenmäßigen Verbreitung der Fluggeräte hinterherläuft. Bis die Drohnenregeln auf EU-Ebene harmonisiert und einheitlich geregelt sind, dürfte es noch eine Weile dauern. Deshalb sollten Sie sich vor jedem Flug im Ausland gut informieren und vorbereiten, um Ärger und Strafen vorzubeugen. Dann sind Sie immer auf der sicheren Seite.

Checkliste für Drohneneinsätze im Ausland

  • Informieren Sie sich über die gesetzlichen Regelungen im jeweiligen Land!
  • Nehmen Sie möglichst frühzeitig mit den zuständigen Behörden Verbindung auf und erkundigen Sie sich über Ihre Rechte und Pflichten.
  • Reichen Sie Ihre Papiere frühzeitig bei der zuständigen Behörde ein.
  • Stellen Sie nach der Anmeldung und Genehmigung alle Papiere zusammen und führen Sie diese beim Einsatz unbedingt mit sich!
Pierre Luther

Pierre Luther

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