Flugzeit einer Drohne – Spagat von Wahrheiten und Wunschdenken

Drohnen sind allgegenwärtig und lassen sich mittlerweile nicht mehr nur als teures Highendprodukt finden, sondern auch in jedem halbwegs ordentlich sortierten Elektromarkt. Selbst Supermarktketten haben den Markt für sich entdeckt und liefern das, was das Kunde will – oder eben auch nicht will. Technisch wird die Drohne immer raffinierter und dominiert an manchen Tagen als „Hightech Brummer“ sogar das Himmelsbild in bestimmten Regionen. Doch was können Sie hinsichtlich der Flugdauer Ihrer Drohne tatsächlich erwarten und auf was sollten Sie besser nicht hoffen? Diese Frage stellt sich nicht nur für günstige Spielzeugdrohnen, sondern auch für teure Highen-Produkte.

Die Drohne abheben lassen – Vorsicht vor Bruchlandungen bei der Akkuleistung

Wer sich mit dem Kauf einer Drohne befasst, wird neben dem Ausloten der raffinierten technischen Spielereien auch sehr schnell an die Frage kommen: wie lange bleibt das UAV (unmanned aerial vehicle) eigentlich in der Luft? Das wird in der Regel so gelöst, dass seitenweise technische Informationen der Anbieter gewälzt werden und Vergleiche angestellt werden müssen. Und das stets darauf ausgerichtet zu erfahren, wie lange die präferierte Drohne denn nun wirklich in der Luft bleibt. Hat man die wichtigen Informationen endlich zusammengetragen, das Objekt der Begierde angeschafft und die Drohne steigt zum ersten Flug in die Luft, ist die Überraschung vorprogrammiert. Anspruch und Realität klaffen, gerade was die Flugdauer der Drohne angeht, ganz massiv auseinander. Doch woran liegt das?

Lässt sich die Flugzeit einer Drohne realistisch angeben?

Wenn wir von der möglichen Flugzeit einer Drohne sprechen, so ist im Grunde eine realistische Einschätzung der effektiven Standzeit vom Akku kaum realisierbar. Natürlich ist bekannt, wie lange ein Akku X unter gewissen Bedingungen Strom liefert, aber der Mix, welcher die Akkulaufzeit nachhaltig beeinflusst, ist einfach zu groß gehalten. Es spielen also viele, viele Faktoren eine große Rolle, was die Flugdauer der Drohne angeht. Außentemperatur, Temperatur des Akkus, Wetterbedingungen, Windverhältnisse, Luftdichte (Luftdruckverhältnisse), Nutzlast der Drohne, welche Flugbewegungen werden ausgeführt usw. Der Mix, der die Flugzeit positiv und auch negativ beeinflussen kann, ist schier unendlich.
Stellen wir uns die Drohne einfach einmal als Auto vor, welches hinsichtlich des Verbrauchs an Benzin getestet werden soll. Lassen die Autohersteller die Autos unter Maximallast fahren und nutzen sie erschwerte Bedingungen, um die Verbrauchswerte zu spezifizieren? Nein, natürlich nicht. 20° Celsius, windstill muss es sein, der Luftdruck im mittleren Segment und alles was an Gewicht gespart werden kann, wird beim Test ausgebaut. Am Ende steht ein Ergebnis, welches sich lesen lassen kann und was den Abverkauf des Fahrzeugs positiv beeinflusst.
Nicht anders ist es bei der Drohne auch. Wer möchte schon einen Hightech-Brummer erwerben, der bei der Auslastung der maximalen Nutzlast, vielen Flugmanövern und unter nicht idealen Flugbedingungen mit Gegenwind eine Flugzeit von nur wenigen Minuten hat?

Welche Faktoren spielen für die Flugzeit einer Drohne eine nachhaltige Rolle?

Wenn es um die maximale Flugzeit bei Drohnen geht, kommt zuerst das Thema „Nutzlast“ auf den Tisch. Je mehr die Drohne an Last tragen muss, desto höher werden die Akkus logischerweise belastet. Je größer die Akku-Last ausfällt, desto schneller gehen die Akkus auch in die Knie und die Flugzeit verringert sich nach unten. Wer also lange Flugzeiten erreichen will, der speckt bei der Nutzlast ab und kauft zum Beispiel Kameramodelle, die ein extrem geringes Eigengewicht bei vollem Leistungsspektrum haben.

Kälte und große Hitze schaden der Akkulaufzeit. Optimale Standzeiten beim Akku lassen sich nur in einem eng gefassten Temperaturbereich erzielen. Ist es zu kalt – das werden Sie beim Smartphone oder Tablet sicher schon beobachtet haben – verringert sich die Akkulaufzeit. Das gilt jedoch auch dann, wenn die Außentemperaturen danach schreien, eigentlich eher am Strand oder im Freibad zu liegen. Hitze in übermäßigem Ausmaß sorgt für eine Selbstentladung von Akkus – der Tod von langen Flugzeiten der Drohnen. Glaubt man den Akkuherstellern, und das sollte man hier tun, liegt die optimale Betriebstemperatur im Außenbereich bei 15° bis 20° Celsius. Und das bei mäßigem Sonnenschein, denn durch die Sonneneinstrahlung heizt sich der Kunststoff der Drohnen erfahrungsgemäß auf.

Die Luftdichte und die durchgeführten Flugmanöver beeinträchtigen ebenfalls die Flugzeiten Ihrer Drohne. Und das Ganze sogar erheblich. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wieso Flugzeuge in großer Höhe fliegen? Ganz einfach: die Luftdichte ist gering, der Widerstand sinkt dadurch und damit wird auch der Spritverbrauch abgesenkt. Das verhält sich bei der Drohne nicht anders. Operieren Sie mit Ihrem Fluggerät in unteren Luftschichten, haben Sie reichlich Steigflüge im Programm und zeigen Sie viele Flugmanöver, wird die Leistung des Akkus schnell abfallen. Im Grunde wäre es sinnvoll, dass Sie so hoch fliegen wie es erlaubt ist, sich auf einer Höhe halten und auf Flugmanöver verzichten, wenn Sie Akkulaufzeiten optimal nutzen möchten.

Highspeed-Flüge schwächen Akkus bei der Drohne

Operiert Ihre Drohne dauerhaft im Highpeed-Modus, zum Beispiel weil Sie beweglichen Objekten folgen, senkt das die Flugdauer. Doch woran liegt es nun, dass die Angaben der Hersteller so von den realen Standzeiten abweichen? Wollen Hersteller immer „schummeln“? Sicher werden einige Hersteller die Leistungsschwankungen absichtlich nicht erwähnen. Da es aber so schön heißt „Im Zweifel für den Angeklagten“ müssen wir davon ausgehen, dass sich gar nicht alle Bedingungen und Einzeleinsätze der Drohne testen lassen. Wollte man die Flugzeiten der Drohne unter allen möglichen Bedingungen und unter Berücksichtigung aller Eventualitäten testen – und das an allen Plätzen der Erde – so ein Test würde Jahre dauern. Drum verlässt man sich auf eine gewisse Testreihe – die leider viel zu oft unter optimalen Bedingungen durchgeführt wird.

Also – Was können Sie als Kunde tun?

Natürlich sollte man nicht bei jedem Anbieter sofort unrealistische Angaben bezüglich der Flugzeiten erwarten. Aber man sollte sich für das Thema sensibilisieren und mit klaren Erwartungen an den Anbieter herantreten. Weiterhin sollte man sehr genau nachfragen, unter welchen Bedingungen die aufgeführten Flugzeiten gelten beziehungsweise getestet wurden. Gerade bei teuren Anschaffungen sollte man genau hinschauen. Am besten vereinbart man einen Vorführungs – Termin und lässt sich die Flugdauer unter verschiedenen Bedingungen real vorführen.

Gern helfen wir Ihnen bei Fragen dazu weiter!

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