Die aktuellen Regelungen beim Einsatz von Drohnen

 

Drohnen erfreuen sich schon lange großer Beliebtheit, sowohl im gewerblichen, als auch im privaten Sektor. Durch den technischen Fortschritt werden Drohnen immer günstiger und daher für eine immer größere Zielgruppe interessant. Das führt nicht nur zu einer deutlichen Steigerung der Absatzzahlen, sondern auch zu einer wachsenden Armada an Drohnen in der Luft.

Drohnen sind eine tolle Erfindung und bringen nicht nur Freude am Fliegen, sondern leisten auch für zahlreiche gewerbliche und wissenschaftliche Zwecke einen wertvollen Dienst. Die Systeme werden besonders im professionellen Bereich immer komplexer und leistungsstärker. Durch die Integration moderner Sicherheitssysteme (Redundanz, Fail-Safe, Kollisionsschutz…) können Aus- und Unfälle deutlich minimiert werden. Leider sind solche Sicherheitssysteme noch keine Pflicht.

Auch die Ausbildung und Erfahrung des Piloten im Umgang mit Drohnen und deren Bewegung im Luftraum spielte bis jetzt keine Rolle. Hier hat der Gesetzgeber bis heute keine Regelungen getroffen. Im privaten Sektor darf JEDER eine Drohne (Gesamtgewicht unter 25kg) frei im Luftraum bewegen. Lediglich eine Haftpflichtversicherung muss für das Flugsystem abgeschlossen werden. Im gewerblichen Sektor bedarf es zusätzlich einer Aufstiegserlaubnis. Für Drohnen unter 5kg Gesamtgewicht gibt es für jedes Bundesland eine allgemeine Aufstiegserlaubnis, jeweils gültig für zwei Jahre. Für Drohnen über 5kg Gesamtgewicht gilt diese allgemeine Aufstiegserlaubnis nicht. Hier bedarf es einer Einzel-Aufstiegserlaubnis, zeitlich und räumlich eng eingegrenzt. Diese Einzel-Aufstiegserlaubnis muss für jeden Einsatz neu beantragt werden.

Zahlreiche Zwischenfälle

Aufgrund der steigenden Anzahl unkontrollierter Drohnen in der Luft kam es in den letzten Jahren häufig zu Zwischenfällen. „Notlandung einer Drohne auf Autobahn“, „Absturz einer Drohne während Festival“, das sind nur ein paar der letzten Zwischenfälle. Das Internet ist voll mit Absturzvideos und Berichten solcher Zwischenfälle. Bei genauerem Hinschauen fällt auf, dass die meisten Zwischenfälle durch private Nutzer ausgelöst werden. Das könnte damit zusammenhängen, dass gerade hier die Drohnen sehr günstig sind und man daher ein höheres Risiko eingeht. Im gewerblichen Sektor setzt man sich intensiver mit sicheren Flügen und deren Vorbereitung auseinander, nicht zuletzt wegen den deutlich höheren Kosten bei einem Unfall. Schließlich kann eine professionelle Drohne inklusive Ladung bis zu 200.000€ kosten. Da überlegt man sich genau, ob man ein Risiko eingeht. Außerdem riskiert man auch einen Image-Schaden, wenn es zu Zwischenfällen kommt. Daher macht es Sinn, sich hier intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen.

 

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur plant neue Regelungen für Drohnenflüge

 

Die wachsende Beliebtheit von Drohnen und die damit einhergehende Drohnenflut in der Luft hat das BMVI dazu bewegt, sich mit der Thematik genauer auseinanderzusetzen. Bundesverkehrsminister Dobrindt will die Nutzung von zivilen Drohnen neu regeln. Mit den neuen Regelungen sollen Gefährdungen im Luftraum und am Boden vermindert werden. Nun gilt es abzuwarten, wann die neuen Regeln in Kraft treten und wie sie sich genau auswirken. Mehr Informationen findet Ihr auf der Homepage des BMVI.

 

Die angekündigten Änderungen auf einen Blick

Gewerblicher Einsatz wird neu geregelt

1. „Unbemannte Luftfahrtsysteme bieten große Chancen zum Beispiel in der Landwirtschaft oder der Verkehrsüberwachung. Um diese Entwicklung zu unterstützen, werden ihre Einsatzmöglichkeiten erweitert.“ (Zitat BMVI)

2. „Landesbehörden können künftig Flüge auch außerhalb der Sichtweite des Steuerers erlauben, wenn der sichere Betrieb nachgewiesen wird.‎ Bislang ist der Betrieb außerhalb der Sichtweite des Steuerers grundsätzlich verboten.“ (Zitat BMVI)

3. „Für gewerbliche Nutzer von Drohnen wird es künftig einen Führerschein geben. Fliegerische und luftrechtliche Kenntnisse sind in einer Prüfung nachzuweisen. Die Lizenz wird durch das Luftfahrt-Bundesamt erteilt.“ (Zitat BMVI)

Private Nutzung wird neu geregelt

1. „Um Gefahren im Luftraum zu vermeiden oder Verletzungen von Personen am Boden zu verhindern, wird der private Einsatz von Drohnen neu geregelt.“ (Zitat BMVI)

2. „Private Drohnen-Flüge werden verboten in einer Höhe von mehr als 100 Metern, außerhalb der Sichtweite des Steuerers, über Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, militärischen Anlagen, Menschenansammlungen, Unglücksorten oder Katastrophengebieten und Einsatzorten von Polizei oder anderen Sicherheitsbehörden oder –organisationen, Kraftwerken und Anlagen der Energieerzeugung und –verteilung sowie Bundesfernstraßen und Eisenbahnlinien.“ (Zitat BMVI)

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