Modernisierung in der Landwirtschaft

Für den Normalverbraucher mögen Schlagwörter wie „Landwirtschaft und Digitalisierung“ oder „Smart Farming“ wie ein Widerspruch an sich klingen. Hegen die meisten doch die Vorstellung, dass Landwirte im Einklang mit der Natur leben und arbeiten und der Moderne immer zwei bis drei Jahrzehnte hinterherhinken. Weit gefehlt. Smartphones und Tablets, GPS-Systeme und Drohnen gehören schon längst zum Alltag vieler Landwirte.

Landwirtschaft 4.0

Die Digitalisierung im Verbund mit neuen Technologien macht auch vor der Agronomie nicht halt. Bisher läuft dieser Prozess zwar noch etwas langsamer ab als beispielsweise in der Industrie, aber der Trend zieht mächtig an. Eine gewichtige Rolle dabei werden in Zukunft Drohnen einnehmen. Weltweit gibt es bereits zahlreiche ausgereifte und in Entwicklung begriffene Projekte, die vor allem das Segment Ackerbau betreffen. Hier können Drohnen einen großen Teil dazu beitragen, zu einer effizienteren Wertschöpfung bei gleichzeitiger Umweltentlastung zu gelangen. Experten sprechen – parallel zur Industrie – von einer Landwirtschaft 4.0.

Einsatzbereiche von Drohnen in der Landwirtschaft

Bis jetzt werden Drohnen hauptsächlich eingesetzt, um Informationen über den jeweils aktuellen Zustand von Äckern und Feldern zu gewinnen. Dadurch entfallen zum Beispiel zeitaufwändige Begehungen durch den Landwirt selbst. Drohnen sind in der Lage zu erkennen, ob innerhalb eines Feldes Probleme auftreten und dementsprechend Handlungsbedarf besteht, etwa die punktuelle Ausbringung von Düngemitteln und Pestiziden oder eine außerplanmäßige Bewässerung. Per Infrarot-Kameras lässt sich sogar feststellen, ob sich eventuell kranke Pflanzenbestände innerhalb eines Feldes befinden. Denn während gesunde Pflanzen die Infrarot-Strahlung reflektieren, tun kranke Exemplare das nicht.

Einsatz von Hyperspektralkameras & Wärembildkameras

In Japan nutzen Landwirte mit steigender Tendenz ferngesteuerte Helikopter, um Reis zu säen und Pflanzenschutzmittel auszubringen. Hier handelt es sich zwar nicht um Drohnen, sondern um herkömmliche Fluggeräte, aber die Einsparung eines menschlichen Piloten senkt die Kosten für diese Vorgänge deutlich.

Drohne zum Ausbringen von Pestiziden

In Baden-Württemberg gibt es Experimente, über Maisfeldern per Drohne die Eier von Schlupfwespen zu verteilen. Die Insekten sind natürliche Fressfeinde des Maiszünslers, einer Schmetterlingsart, die zu den bedeutendsten Schädlingen an Maispflanzen gehört. Bei den Versuchen werden in regelmäßigen Abständen Kugeln aus organischem Material über dem Acker abgeworfen. Jede einzelne Kugel enthält 1.000 Eier. Die exakte und gleichmässige Verteilung ist besonders wichtig, da die Larven der Schlupfwespe am Boden nur wenige Meter zurücklegen können. Diese früher sehr zeitintensive und aufwändige Tätigkeit kann mit Drohnen schnell und absolut präzise durchgeführt werden.

Weitere Einsatzmöglichkeiten für Drohnen, die derzeit schon praktiziert werden, sind das Aufspüren von Rehkitzen und Wildschweinen mit Hilfe von Wärmebildkameras. Die jungen Rehe, die sich gerne in hohen Wiesen verstecken, können so vor der Mahd aufgespürt und verscheucht werden, um sie nicht mit Mähmaschinen zu verletzen oder gar zu töten. Bei Wildschweinen geht es darum, sie aus Maisfeldern zu jagen und somit Fressschäden zu vermeiden.

Einsatz von Wärmebildkameras & Infrarotkameras

Zukünftige Einsatzmöglichkeiten der Drohnentechnik

Der nächste logische Schritt wäre, die Drohnen nicht nur zur Informationsgewinnung und Analyse einzusetzen. Sie könnten durchaus auch Maßnahmen durchführen, die bisher noch konventionell mit den üblichen Landmaschinen – Traktoren etc. – erledigt werden. Es gibt aber bereits Ideen, die noch weiter in Richtung Automatisierung führen. Optimal wären Flugssysteme, die ein Feld nicht nur scannen und analysieren, sondern die gewonnenen Ergebnisse auch selbstständig interpretieren und dann entsprechende Maßnahmen ergreifen können. Das käme mehr oder weniger einer Revolution in der Landwirtschaft gleich.

Unser Beitrag zur landwirtschaftlichen Revolution

Um allerdings Dünger auszubringen, Pestizide gezielt zu verteilen oder die neue Aussaat vorzunehmen, sind intelligente Drohnen mit hohen Nutzlasten erforderlich. Mit unserer SpidAIR® AGRAR, welche wir gerade entwickeln, wollen wir einen Beitrag leisten. Sie wird  nicht nur über eine hohe Nutzlast von 10 kg verfügen, sondern auch über 60 Minuten am Stück fliegen können. Mit diesen Eigenschaften kann sie selbst größere Felder ohne Akkuwechsel oder Aufladepausen ins Visier nehmen. Ausgestattet mit einer Hyperspektral- und Wärmebildkamera wird die SpidAIR® AGRAR in der Lage sein, Anbauflächen zu scannen und punktuelle Handlungsbedarfe wie Düngung, Schädlingsbekämpfung und Bewässerung zu lokalisieren. Anschließend kann sie diese Maßnahmen dank ihrer intelligenten Modi und ihrer hohen Tragfähigkeit auch selbst durchführen. Somit bietet die Drohne viele wichtige Leistungsmerkmale für den Ackerbau in einem einzigen System.

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